Unternehmen verbrennen viel Geld bei der Investition in Mitarbeiter, dabei wäre es so einfach ..

Die Kosten für Absentismus und Präsentismus belaufen sich auf ca. 3.600 Euro pro Mitarbeiter und Jahr, obwohl die Wirtschaft wirklich viel in ihre Mitarbeiter investiert. Unternehmen bemühen sich, dass die Mitarbeiter gesünder, motivierter und auch innovativer sind. Aber sie verbrennen dabei aus zwei Gründen viel Geld: einerseits werden die falschen Maßnahmen initiiert, andererseits werden Maßnahmen an der falschen Stelle durchgeführt. Nur eine gezielte Verhaltens- und Verhältnisprävention im Unternehmen führt zum Erfolg: „H2B“ ist eine zukunftsorientierte Strategie, die sich Entscheider zu Herzen nehmen sollten...

Die Arbeitgeberkosten für Krankheit belaufen sich auf durchschnittlich ca. 1.200 Euro je Mitarbeiter - pro Jahr! Dies sind nur die Kosten für Absentismus. Die Kosten für Präsentismus –  also wenn Mitarbeiter zur Arbeit gehen, aber „nicht können“, „nicht wollen“ oder „nicht dürfen“ – sind laut Studien (u.a. Felix Burda Stiftung, 2009) doppelt so hoch. Sie belaufen sich auf ca. 2.400 Euro. Wir reden also insgesamt von 3.600 Euro je Mitarbeiter und Jahr. Rechnet man noch interne Ineffizienzen und mangelnde Innovationskraft hinzu, so ist man schnell bei 5.000 Euro pro Jahr und Mitarbeiter! Das ist sehr viel Geld und dies, obwohl Unternehmen Gesundheitsmaßnahmen durchführen – aber leider meist die falschen Maßnahmen bzw. an der falschen Stelle. 

Die Praxis zeigt, dass Investitionen in Mitarbeiter meist nach dem Gießkannenprinzip gestreut werden. Das ist so, als würde ein KFZ-Mechaniker bei einem Auto die Reifen erneuern, obwohl ein Ölwechsel viel wichtiger wäre. Oder als würde ein Arzt ohne eine Untersuchung des Patienten willkürlich irgendeine Therapie verordnen, als würde ein Hausbesitzer die Fenster erneuern, obwohl das Dach undicht ist. Klingt seltsam? Doch genau dies ist leider in vielen Unternehmen gelebter Alltag.

Unter dem Schlagwort „Betriebliches Gesundheitsmanagement“ (BGM) werden Gesundheitstage mit den Krankenkassen durchgeführt, mobile Massagen angeboten, ein Obstkorb ins Büro gestellt, Fitnessarmbänder verschenkt, ein Veggie-Day eingeführt und vielleicht geht man auch mal gemeinsam in den Klettergarten. Und warum? Weil es gerade im Trend ist. Weil es andere Unternehmen auch tun und weil blind nachmachen einfacher ist als voraus- oder sogar umzudenken. Und selbstverständlich wird alles an allen Standorten und in allen Abteilungen gleichermaßen durchgeführt – aus Fairnessgründen und weil es einfacher ist. Es fehlt an Kreativität, am Blick fürs Ganze und an Mut. Mut, transparent zu erkunden, wo es wirklich hakt. Was hilft einem Unternehmen der Wille, etwas für die Belegschaft zu tun, wenn sich gleichzeitig niemand die Mühe macht, herauszufinden, wo es im Unternehmen wirklich klemmt? Oder schlimmer noch, diese Erkenntnis aus Angst oder Eitelkeit gar nicht erwünscht ist? 

Ertappt? Wem kommt das nicht bekannt vor? Keine Sorge: Es ist nie zu spät, neue und effektive Wege einzuschlagen, aber „..es grenzt an Wahnsinn, immer das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten..“, so einst Albert Einstein. Entscheidend für eine wirklich sinnvolle Investition in die Mitarbeiter ist ein ganzheitlicher und gleichzeitig sehr gezielter Blick: psychosomatische Zusammenhänge müssen berücksichtigt werden, denn psychische Belastungen wirken sich auch körperlich aus – und umgekehrt. Es obliegt der Verantwortung der Führungskräfte, den Rahmen im Unternehmen und das Klima so zu gestalten, dass die Mitarbeiter ihre Leistung zu 100% abrufen wollen (können und dürfen). Zudem muss klar sein, dass etwas, was am Standort A scheinbar gut funktioniert oder notwendig ist, noch lange nicht für Standort B oder C geeignet sein muss. Auch können Maßnahmen, welche bspw. im Vertrieb richtig und wichtig sind, in der Produktion oder der IT völlig kontraproduktiv sein. Es geht um gezielte Verhaltens- und Verhältnisprävention im Unternehmen: denn eine Bereitstellung von innovativen Produkten und Services setzt zwingend eine gesunde, motivierte und innovative Belegschaft mit „gesunden“ und innovativen Strukturen und Abläufen voraus!

Wenn ein Unternehmen also kein Geld verbrennen will, dann führt kein Weg an einer individuellen und ganzheitlichen Bedarfsanalyse vorbei. Das „Health2Business-Konzept“ (H2B) der SCOPAR GmbH mit dem „BGM-Quick-Check“ als Ausgangspunkt bietet genau eine solche ganzheitliche Analyse – strategisch und nachhaltig. Im ersten Schritt wird standort- und bereichsspezifisch analysiert, wo die größten Probleme liegen, um im zweiten Schritt dann gezielt konkrete Maßnahmen zu initiieren. So wird gewährleistet, dass die richtigen Maßnahmen erarbeitet und diese dann an den richtigen Stellen durchgeführt werden. Externe Unterstützung durch neutrale Spezialisten ist dabei oft sehr hilfreich. Nach ein bis zwei Jahren wird der Erfolg der Maßnahmen geprüft und durch eine erneute Analyse evaluiert – vorausgesetzt, man will auch künftig kein Geld verbrennen.

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Autor & Kontakt: 

Jürgen T. Knauf

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