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Vortrag in Kitzingen am 19.7.2021 im Roxy Kino: Inspirierender Erlebnisvortrag zum Lachen, Staunen und Nachdenken ..

Impulsvortrag Nachhaltigkeit

Was haben Mitarbeitergewinnung, Resilienz, Verantwortung, Severn Suzuki & Greta, der Blick fürs Ganze und der ehrbare Kaufmann mit unserer Zukunft zu tun? Anhand von lebhaften Beispielen erfahren Sie, warum die Menschen, die Maschinen und die Methoden in den Unternehmen den Unterschied machen und was Sie jetzt in Ihrem Unternehmen aber auch als Privatperson überdenken und ggf. ändern könnten.

Vortragsredner: Jürgen T. Knauf

In seinem multimedialen und interaktiven  Vortrag zeigt Herr Knauf auf, warum der Dreiklang aus People, Planet, Profit gleichermaßen Wettbewerbsfaktor, Herausforderung und Chance für uns alle ist.

Ort: Das Roxy Kitzingen, Rosenberg 1, 97318 Kitzingen

Datum: 19. Juli 2021 um 19.30 Uhr (Einlass ab 19:00 Uhr)

Anmeldung: anmeldung@scopar.de




Vortrag am 17. Juni 2021 in Würzburg: Für den Mittelstand ist es 5 vor 12 – die Welt ist nicht genug!

Was haben Mitarbeitergewinnung, Resilienz, Verantwortung, Severn Suzuki & Greta, der Blick fürs Ganze und der ehrbare Kaufmann mit der Wettbewerbsfähigkeit des Mittelstands zu tun? Wie sieht der neue Kunde aus?

Keynote-Speaker Jürgen T. Knauf zeigt in seinem interaktiven Vortrag auf, warum der Dreiklang aus People, Planet, Profit gleichermaßen Wettbewerbsfaktor, Herausforderung und Chance ist. Anhand von lebhaften Beispielen erfahren Sie, warum die Menschen, die Maschinen und die Methoden in den Unternehmen den Unterschied machen und was Sie jetzt überdenken und ggf. ändern könnten. Lassen Sie sich inspirieren von einem spannenden Erlebnisvortrag zum Lachen, Staunen und Nachdenken.

Ort: Würzburg – Bürgerspital

Datum: 17. Juni 2021 um 19.30 Uhr

Anmeldung: anmeldung@scopar.de

Veranstalter: BDS Ortsverband Würzburg




21.4.2020 Vortrag von Steffen Hock und Jürgen T. Knauf: Digitalisierung in der Praxis

Verschoben wegen Corona!

SYSTHEMIS AG & SCS GmbH feat. SCOPAR GmbH

Besuchen Sie unseren Vortrag von 16:45 – 17:45 Uhr im Rahmen der Würzburger Web Week

Retrospektiven & Autonome Circles als Elemente der Organisationsentwicklung

Ihre Referenten:

  • Steffen Hock (Vorstand SYSTHEMIS AG)
  • Jürgen T. Knauf (Geschäftsführer SCOPAR GmbH)

Es erwarten Sie weitere spannende Vorträge sowie ein Weinempfang im Anschluss: https://timetable.wueww.de/veranstaltung/81




SCOPAR-Umfrage zur Nachhaltigkeit

Würzburg, 20.05.2015  –  Über 160 Führungskräfte, Mitarbeiter, Wissenschaftler und Experten aus unterschiedlichen Unternehmen haben sich an der bundesweiten Studie von SCOPAR – Scientific Consulting Partners beteiligt. Die Umfrage erkundete, welche Bedeutung das Thema Nachhaltigkeit aktuell hat. Mit dem Blick für das Ganze wurde die soziale, ökologische und ökonomische Ausrichtung abgefragt. Die Ergebnisse zeigen klar, dass dem Thema Nachhaltigkeit eine hohe Bedeutung beigemessen wird. Allerdings ist auch festzustellen, dass die Politik bislang völlig versagt hat und Unternehmen das Thema nicht ernst genug nehmen. Die Menschen beginnen, das Ruder selbst in die Hand zu nehmen.

Deutschland hat erkannt, dass wir in die falsche Richtung steuern. Sollten wir nicht massiv umdenken und umlenken, werden wir unseren Planeten, uns selbst und das, was wir bislang erschaffen haben ruinieren. Wir wären nicht die erste Hochkultur, die sich selbst vernichtet.

Die Trends sind eindeutig:  Nachhaltigkeit in allen Bereichen zahlt sich aus. Der Boom für Bio, Energiesparen, Umwelt, E-Mobility, Menschlichkeit, Fairness, Miteinander, Werte und soziale Verantwortung Petitionen gegen Monsanto, Fracking und Massentierhaltung zeigen eine klare Richtung. Unternehmen, welche sich umfassend mit dem Thema Nachhaltigkeit beschäftigen, florieren (dm – drogeriemarkt, Otto, Henkel). Unternehmen, die die Tendenzen ignorieren, verschwinden (Schlecker, Müllerbrot, Praktiker). Analog dazu wird aktuell in Wissenschaftskreisen der Zusammenhang zwischen beständig andauernder Mitarbeiterzufriedenheit und stetig wirksamer Kundenbindung diskutiert. Wer diese Fakten ignoriert, wird sehr schnell den wirtschaftlichen Misserfolg spüren.

DIE ZEICHEN DER ZEIT ERKENNEN: NACHHALTIG­KEIT MATTERS!

Das Thema Nachhaltigkeit scheint in den Vorstandsetagen angekommen zu sein. Aber wie wird reagiert? Energiekonzerne versuchen im Hauruckverfahren das Ruder herumzureißen und sich ein grünes Mäntelchen umzuhängen. Die Automobilbranche setzt offenbar plötzlich massiv auf Elektroautos. Städte wie München, aber und auch viele kleinere Kommunen wollen energetisch autark und CO2-neutral werden. Zahllose Unternehmen zählen plötzlich Mitarbeiterorientierung zu ihren wichtigsten Werten. Die Liste ließe sich endlos fortsetzen…

Allerdings bleibt es oft bei „green washing“, indem man Farben, Slogans und Werbung ändert. Das Problem dabei: die Öffentlichkeit ist inzwischen besser informiert, erwartet und fordert Taten statt Lippenbekenntnisse. Sie lässt sich nicht mehr durch ein paar Marketingmaßnahmen beruhigen. Echte Investitionen und Richtungswechsel werden honoriert und hinterlassen ihre Spuren bei Umsatz, Gewinn, Mitarbeiterzufriedenheit und Gesamterfolg. Otto, Henkel, dm, Vaude und Co. gehen richtige Wege, doch es sind noch zu wenige Unternehmen. Viele sind sich der neuen EU-Richtlinie, welche Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern zur Offenlegung von Nachhaltigkeitsindikatoren verpflichtet, nicht bewusst. Mit 2016 endet hier die Freiwilligkeit und der Nachhaltigkeitsbericht wird zur Pflicht.



AUFWACHEN – MIT DEM BLICK FÜRS GANZE

Was passiert wohl bzw. ist bereits passiert mit:

  • Energiekonzernen, die weiter auf Atomkraft setzten?
  • jedem Unternehmen, das nicht auf die längeren Lebensarbeitszeiten (69+) reagiert?
  • einem Fotohersteller, der die Digitalisierung nicht ernst nimmt?
  • einer Druckerei, die das Internet verschläft?
  • einem Getriebehersteller, der E-Mobility ignoriert?
  • jedem Unternehmen, das die Ressourcenknappheit nicht ernst nimmt?

Das passiert: Wer das Unternehmen nicht nachhaltig an den drei relevanten P´s (People, Planet, Profit) ausrichtet, kann „über Nacht“ seinen Marktvorsprung und auch seine Marktberechtigung verlieren.

Wer das Thema Nachhaltigkeit ernsthaft angehen will, muss es – wie bei allem – ganzheitlich tun, d.h. alle drei Säulen berücksichtigen:

  • soziale Nachhaltigkeit (gesellschaftlich, kulturell, Gesundheit von Körper, Geist und Seele..) – „People“
  • ökologische Nachhaltigkeit (Emissionen, Umwelt, Immissionen, Ressourcen, Cradle2Cradle..) – „Planet“
  • ökonomische Nachhaltigkeit (langfristige Wertentwicklung, Nutzen, Fairness über Generationen hinweg..) – „Profit“



Die vorliegende Umfrage untermauert, auch beim Thema Nachhaltigkeit ist der Blick fürs Ganze wichtig! Was nützt uns ein „gesunder“ Planet, wenn die Menschen krank oder unglücklich sind? Wie lange bleiben die Menschen wohl gesund und glücklich, wenn die Umwelt zerstört ist und die Nahrungsmittel belastet sind? Wie lange kann man von Wohlstand sprechen und ihn genießen, wenn die Erde zerstört und die Menschen krank und verfeindet sind? Nachhaltigkeit ist ein verzahntes System, dessen Zahnräder sich gegenseitig beeinflussen.

Politik hat versagt, Unternehmen sind zu zaghaft, Menschen werden aktiv

In der Umfrage wurde abgefragt, welche Bedeutung die Teilnehmer der Nachhaltigkeit im gesellschaftlichen, ökologischen und ökonomischen Bereich beimessen

Über 80% der Befragten halten diese Säule „Gesellschaft“ für die wichtigste. Dies ist verständlich, da es die Menschen selbst betrifft und es letztlich Menschen sind, die auch über die beiden anderen Säulen entscheiden.

Doch auch die Ökologie spielt eine maßgebliche Rolle: Knapp 80% der Befragten halten diese Säule ebenfalls für sehr wichtig. Auch dies ist nachvollziehbar, da es nur einen Ort gibt, auf dem wir leben können: unseren Planeten Erde. Ist dieser verseucht oder ausgebeutet, geht das Leben zu Ende oder ist nicht mehr lebenswert. Der Weltressourcenverbrauch ist zu hoch, die Industrieländer verbrauchen derzeit die Ressourcen von drei Planeten. Die Hälfte der Lebensmittel in Deutschland landen dennoch im Müll. Die industriell aufstrebenden Länder (wie China und Indien) wachsen „ohne Rücksicht auf Verluste“. Deutschland kennt den Raubbau an der Natur und die Umweltbelastungen aus den Nachkriegsjahren. Auch die Massentierhaltung, die Fleischskandale, zunehmende Antibiotika-Resistenz bei Menschen und die Genmanipulation bei den Nahrungsmitteln begegnen uns täglich in der Presse. Hier ist ein radikales Um-Handeln erforderlich wenn wir die Kurve noch kriegen wollen. Carbon Footprints, (Produkt-)Ökobilanzen und Life-Cycle-Analysen (LCA) etc. sind erste Ansätze.

Und selbst in der ökonomischen Nachhaltigkeit sehen knapp Dreiviertel der Befragten einen entscheidenden Wettbewerbsfaktor. Nachhaltigkeit als Wettbewerbsvorteil? Grüne Themen als Erfolgsgarant?

Diese Säule ist nicht so unmittelbar sichtbar und wirksam wie die beiden ersten Säulen. Doch bereits unser Rentensystem verdeutlicht, dass ein Leben auf Pump auf Dauer nicht funktionieren wird. Und so scheitern auch Unternehmen, die rein den kurzfristigen Profit maximieren, anstatt in die Zukunft zu investieren: Nokia, Praktiker oder Müllerbrot sind nur einige Beispiele von namhaften Unternehmen, welche sich in die Pleite gewirtschaftet haben. Götz Werner, der Gründer des dm Drogeriemarktes, sagt dazu: „Wenn wir am Ende eines Geschäftsjahres maximalen Gewinn erwirtschaftet haben, haben wir etwas falsch gemacht. Dann haben wir zu wenig in Kunden und Mitarbeiter investiert.“

Politik und Nachhaltigkeit

Ganz finster sieht es aus, wenn man betrachtet, was die Politik für die Nachhaltigkeit tut. Über 50% der Teilnehmer sind der Ansicht, die Politik habe völlig versagt und gerade mal 1% denkt, die Politik hätte einen guten Job gemacht.

Das ist ernüchternd und ein deutliches Warnsignal. Sollte es doch gerade die Politik sein, die die entsprechenden strategischen Leitplanken für die Unternehmen und die Bürger vorgibt.

Doch bislang hat die Politik dem Thema Nachhaltigkeit offensichtlich über alle Parteigrenzen hinweg (sogar bei den Grünen) viel zu wenig Bedeutung beigemessen oder allenfalls Lippenbekenntnisse abgegeben.

Unternehmen und Nachhaltigkeit

Aber wie sieht es in der unternehmerischen Praxis überwiegend aus? Dass die Nachhaltigkeit den Menschen ein Elementarbedürfnis ist, heißt ja noch lange nicht, dass dieses Thema auch in ihren Unternehmen wirklich ernst genommen wird.

Wenn man nach den konkreten Auswirkungen des Trends in den Unternehmen fragt, folgt eine deutliche Ernüchterung. Schon unsere erste Frage hierzu zeigt, dass ein wirklich großer Handlungsbedarf besteht. Lediglich knapp ein Drittel der Befragten glaubt, dass Nachhaltigkeit bereits gut im eigenen Unternehmen umgesetzt wird. Und das bei einem sich abzeichnenden Megatrend!

Menschen und Nachhaltigkeit

Abschließend wurde erhoben, wie gut die Befragten für sich selbst im eigenen Umfeld das Thema Nachhaltigkeit umgesetzt haben. Indikatoren sind eigenes Verhalten und eigener Konsum. Immerhin ein Drittel gibt an, auf einem guten Wege zu sein und nur lediglich 2,5 % der Teilnehmer schätzen, dass Nachhaltigkeit bisher nicht Einzug in ihr Leben gehalten hat. Dennoch bleibt auch beim eigenen Tun und Handeln noch eine ganze Menge zu tun. Im Grunde genommen sind auch die einzelnen Menschen nicht so viel weiter als die Unternehmen, in denen sie arbeiten und täglich Verantwortung tragen.

EMPFEHLUNG FÜR UNTERNEHMEN – IN VIER SCHRITTEN ZUR MEHR NACHHALTIGKEIT

Um zukünftig nicht zu den Verlierern zu gehören, muss Nachhaltigkeit in Unternehmen auf die große Agenda und in die strategische Ausrichtung. Es muss dringend etwas getan werden, Schönfärbereien sind nicht akzeptabel. Und: eine ganzheitliche Sichtweise ist wichtig, alle Säulen (gesellschaftlich, ökonomisch, ökologisch) müssen adressiert werden. Es empfehlen sich vier Schritte:

  1. Unternehmensspezifische Identifikation der größten Treiber und Effekte
  2. Ermittlung der bislang größten Defizite und darauf Bezug nehmend Priorisierung der Handlungsfelder
  3. Erstellung einer konkreten Roadmap zur Umsetzung für die nächsten 1-2, 5 und 10 Jahre. Mit der ausgewiesenen Bereitstellung ausreichender Mittel und Ressourcen, sowohl finanziell als auch personell.
  4. Evaluierung des Erfolgs anhand vorher fixierter Kriterien jeweils nach 1-2 Jahren

Ausgangspunkt jeglicher Aktivitäten (Strategien, Projekte, Maßnahmen) ist, wie erwähnt, eine ganzheitliche Analyse. Denn nur sie macht überhaupt erkennbar, wo die größten Nachhaltigkeitstreiber (positive wie negative) im Unternehmen liegen und welche Effekte sie mit sich ziehen. Erst nach Identifizierung dieser internen und externen Treiber können Messgrößen (Key Performance Indicators – KPIs) definiert, der Ist-Stand gemessen, Ziele definiert und zugehörige Maßnahmen erarbeitet werden.

Wichtig ist einerseits, das hier skizzierte Big-Picture vor Augen zu haben, andererseits aber dann getreu dem Motto „think big – start small“ zu beginnen. Unternehmen und deren Entscheider müssen sich wieder bewusst machen, dass Unternehmen existieren, um den Menschen zu dienen. Die Wirtschaft ist für die Menschen da und nicht umgekehrt.

Die entsprechende strategische Entscheidung und Ausrichtung sollte nach Möglichkeit partizipativ, d.h. unter Einbindung der Mitarbeitenden erarbeitet und auch entsprechend kommuniziert werden.

Der wichtigste Rohstoff zum nachhaltigen unternehmerischen Erfolg ist dabei die Schaffenskraft der Mitarbeitenden: sie tragen das Unternehmen. In ihre Motivation und Sinnhaftigkeit, ihr Wohlbefinden, ihre anhaltende Gesundheit, in ihr Verständnis hinsichtlich des Umgangs mit Ressourcen, Umwelt und gesellschaftlicher Verantwortung zu investieren, ist praktizierte Nachhaltigkeit. Insbesondere unter dem Fokus des sich verändernden demographischen Faktors im beginnenden 21. Jahrhundert und dem damit verbundenen akuten Fachkräftemangel ist Umdenken und Umhandeln dringend angezeigt.

Praxistipps FÜR CSR / NACHHALTIGKEIT: PEOPLE, PLANET, PROFIT

Nachhaltige und ganzheitliche Unternehmensentwicklung berücksichtigt Körper, Geist und Seele der Mitarbeitenden (Verhalten) sowie Körper, Geist und Seele des Unternehmens (Verhältnisse). Die folgenden sechs Punkte zeigen exemplarisch einige praxisbewährte Methoden des SCOPAR-Ansatzes „Health to Business“ (H2B) auf:

  • Der „Wissensmagnet“ – Wissen im Unternehmen halten. 
    (H2B-Baustein Wissen)
    Szenario: Der langgediente Mitarbeiter verlässt (oft rein aus Altersgründen) das Unternehmen.
    Methode: im halbjährigen Übergang wird sein geschäftsrelevantes Wissen vom (ggf. fiktiven) Nachfolger in strukturierten, geführten Interviewsituationen transferiert und steht somit weiter gewinnbringend zur Verfügung.
  • Das „integrierte Fitnessstudio“ – Mens sana in Corpore sano 
    (H2B-Baustein Gesundheit)
    Szenario: Viele Mitarbeiter wollen etwas für sich tun, doch Anfahrt und Aufwand sind dabei oft sehr hoch.
    Methode: Kooperation mit ortsnahem Fit- und Wellnessstudio. Unternehmen erhält sehr günstigen Pauschaltarif und gibt diesen an Mitarbeiter weiter. Fitnesszeit darf zu einem Fünftel sogar auf die Arbeitszeit angerechnet werden. Oder auch Angebot einer kostenlosen Benutzung an die Belegschaft. Optional bspw. die Mitarbeitenden hinsichtlich kostenloser und zeitoptimierter Möglichkeiten inspirieren: http://www.scopar.de/3×3-training
  • Die „gesunde Pause“ – Mit Freude gesund speisen & kommunizieren
    (H2B-Bausteine Gesundheit/Betriebsklima/Wissen)
    Szenario: Wie verbringe ich die Mittagspause? Fast Food – oft teuer und schlecht.
    Methode: In Kooperation mit dem Betriebsarzt wird eine gesunde und schmackhafte Essensauswahl angeboten. Gesunde Essen günstig anbieten, ungesunde teuer oder die Essensangebote mit Smileys oder nach dem Ampelprinzip kennzeichnen.
    Gleichzeitig eine „Verabredungskultur“ installieren, die den informellen Wissensaustausch fördert. Für kleinere Betriebe auch in Kooperation mit gesundheitsorientierter ortsansässiger Gastronomie durchführbar.
  • Das „smarte Telefonbuch“ – Wer ist eigentlich verantwortlich?
    (H2B-Bausteine Qualifikation / Wissen)
    Szenario: So viele Themen im Unternehmen. Aber wer ist verantwortlich? Wer kennt sich wirklich aus?
    Methode: Themenzentrierter Zugang auf das smarte, weil erweiterte Telefonverzeichnis. Der Mitarbeiter sieht sofort, wer themenverantwortlich, wer Experte, wer interessiert ist. Kombinierbar mit Methode „Wissenslandkarte“.
  • Das „Kundenparlament“ – Gemeinsam zum umweltfreundlichen Produkt 
    (H2B-Baustein Prozesse)
    Szenario: Produkte, Logistik, Einsatz sowie Recycling bergen viel Raum für ökologische Verbesserungen – welche oft nicht nur einen Imagevorteil sondern auch handfeste ökonomische Vorteile bergen.
    Methode: Der interessierte Kunde weiß oft am besten, wie er ein Produkt einsetzt und ggf. entsorgt. Also können sein Wissen und seine Ideenkraft wertvollen Nutzen für die eigene Entwicklung und Marketingabteilung bringen. Und warum (mit Hilfe des Kunden) nicht auch mal einen „Nachhaltigkeitspreis“ gewinnen?
  • Die „Neue Humankultur“ – Vertrauen senkt Transaktionskosten 
    (H2B-Bausteine Psyche/Betriebsklima/Prozesse)
    Szenario: Misstrauenskultur, Arbeiten unter (unnötigem) Druck senkt das nachhaltige Leistungsvermögen um mindestens 20% – dauerhaft! „Mein Wissen ist meine Macht“ verhindert dringend benötigte Innovationen.
    Methode: Humanzentrierte Ausrichtung der Unternehmenskultur senkt Fehlzeiten und Reibungsverluste und erhöht gleichzeitig signifikant die Innovationskraft, den wichtigsten Profitfaktor der heutigen Zeit. Höhere Effizienz und Effektivität durch weniger Controlling. Gesündere Mitarbeiter durch mehr empfundene Sinnhaftigkeit.

Hinweis: Seit dem 1. Januar 2009 wird die Förderung der Mitarbeitergesundheit (Einkommensteuergesetz (EStG), § 3 Nr. 34 – Betriebliche Gesundheitsförderung) steuerlich unterstützt. 500 Euro kann ein Unternehmen pro Mitarbeiter und pro Jahr lohnsteuerfrei für Maßnahmen der Gesundheitsförderung investieren. Es werden Maßnahmen steuerbefreit, die hinsichtlich Qualität, Zweckbindung und Zielgerichtetheit den Anforderungen der §§ 20 und 20a Abs. 1 i. V. mit § 20 Abs. 1 Satz 3 SGB V genügen. Hierzu zählen u.a. Bewegungsprogramme, Ernährungsangebote, Suchtprävention und Stressbewältigung. Vorsicht: Die Übernahme der Beiträge für einen Sportverein oder ein Gesundheitszentrum bzw. Fitnessstudio fallen leider nicht darunter. (Bevor Unternehmen jedoch Maßnahmen durchführen, empfiehlt sich eine Analyse, welche Maßnahmen den größten Nutzen bergen.

Doch nicht nur im Unternehmen, auch im persönlichen Bereich kann jeder Einzelne etwas bewirken – zusätzlich auch andere durch sein Vorbild zu nachhaltigem Handeln bewegen. Beispielhaft folgen einige Aktionsfelder, in welchen auch kleine Beiträge (in Summe) bereits wertvolle Effekte für eine nachhaltig gesündere Umwelt bringen:

  • Weniger ist oft mehr – Verantwortungsvoller Umgang mit dem Ressourcenverbrauch
    Szenario: Die nicht erneuerbaren Energien & Rohstoffe sind endlich, ihr Verbrauch zudem oft direkt umweltschädlich.
    Methode: Sukzessive Umstellung auf erneuerbare Energien, Eigenverbrauch („Ökologischer Fußabdruck“) intelligent steuern. Bei neuen Produkten auf nachhaltige Produktion und Recyclingquote achten. Mittelfristig ist das oft nicht einmal teurer!
    Alltagsbeispiele sind LED-Technik in der Beleuchtung, Schaltsteckdosen, Wärmedämmung, Heizen mit Solar & Holz, etc.
  • Entscheidend ist, was hinten rauskommt – Emissionen als versteckte Allgemeinkosten betrachten
    Szenario: Gase (CO2!) und stoffliche Abfälle (Plastik!) bei Produktion und Verbrauch belasten uns alle – und zwar langfristig.
    Methode: Zusammen mit den Ressourcen den gesamten Produktlebenszyklus im Auge behalten und die eigene Kaufkraft in diese Richtung bringen. Den Einsatz von Produkten bis zum Ende durchdenken.
  • Und Ersatzteile gibt’s längst nicht mehr! – Subjektives Bedürfnis mit objektivem Bedarf in Einklang bringen
    Szenario: Die Wegwerfgesellschaft konsumiert oft weit über ihre Bedürfnisse und Sinnhaftigkeiten hinaus.
    Methode: Die „5-R-Regel“ aus der Permakultur beachten: Refuse (unnötigen Konsum verweigern) / Reduce (notwendigen Konsum verringern) / Reuse (Sachen wiederverwenden oder umnutzen, Second-Hand) / Repair (nicht alles gleich wegwerfen, sondern auch mal reparieren) / Recycle (recyclen verbraucht meist deutlich weniger Energie als neu herstellen.
  • Man ist, was man isst? – Landwirtschaft zwischen Bio und Massentierhaltung
    Szenario: Sowohl in der pflanzlichen als auch der tierischen Agrikultur steht oft nur kurzfristiger Gewinn im Fokus
    Methode: Die eigene Haltung zu den bekannten (und auch weniger bekannten) Auswirkungen nicht-nachhaltiger Landwirtschaft einer Prüfung unterziehen. Diese sind bspw. Monokultur, Genmanipulation, Sojaproduktion für Fleischproduktion, 40% des Fischfangs für Fleischproduktion, Massentierhaltung mit hormonellen und antibiotischen Zugaben (Trinkwasser!), usw. Dem kann – oft ohne großen Aufwand – begegnet werden durch Kauf und Verarbeitung saisonaler und regionaler Produkte, durch reduzierten Fleischkonsum aus artgerechterer Tierhaltung, mit BIO statt AntiBIOtika.
  • Wer rastet, der rostet – Gesellschaft in Bewegung
    Szenario: Trotz hoher ökologischer und humaner Kosten wird zunehmende Flexibilität und Mobilität verlangt.
    Methode: Aus der Not eine Tugend machen: öfter mal das Fahrrad statt des Autos nehmen. Die faktische Mobilität auf ein gesundes Maß bringen. Die Notwendigkeit der persönlichen physischen Anwesenheit in Besprechungen kritisch beleuchten und statt des Fliegers verstärkt Videokonferenzen einsetzen.
  • Tue Gutes und sprich darüber! – Interessengruppen bilden und Gedankengut austauschen
    Szenario: Der eigene Einfluss auf die Politik erscheint verschwindend gering. Ein Einzelner vermag oft nichts zu ändern.
    Methode: Interessengruppen gründen oder unterstützen. Das virtuelle Netz erleichtert dieses sehr. Foren bieten Platz für Austausch, Schreiben, Posten, Sprechen, Motivieren. In der lokalen (Umwelt)politik kann mit Aufklärung und Engagement oft doch einiges bewegt werden. Hierbei kann auch die Stellung und die Größe des eigenen Unternehmens politisch ins Feld geführt werden. Win-Win-Win-Situationen können hierbei entstehen – für Einzelne und für die Gesellschaft, auch zum Nutzen des eigenen Arbeitgebers.
  • Nichts ist so stetig wie der Wandel – Verändern & Verbessern, aber bitte ganzheitlich, mit den Menschen, nicht gegen sie!
    Szenario: 70% der Veränderungsprojekte scheitern, das muss nicht sein.
    Methode: Ganzheitliche Veränderung initiieren und die Mitarbeitenden involvieren. Dabei müssen aktuelle Entwicklungen, insb. wie „Industrie 4.0“ und der demografische Wandel berücksichtigt werden. Veränderungen können aber nur erfolgreich sein, wenn sie die Auswirkungen auf Organisation & Prozesse, Mitarbeiter (HR), Technik (IT/ITK), sowie Lieferanten und Kunden von Anfang an berücksichtigen. Und Veränderungen werden getragen von Menschen – oder blockiert! Erfolgreich ist nur, wer Zusammenhänge erkennt und berücksichtigt. Und wer die Menschen von Beginn an in die Veränderung mit einbezieht. Professionelles Changemanagement als umfassende Begleitung gewollter (und ungewollter) Veränderung beginnt bereits in der Analysephase!

Es gibt viele hunderte Maßnahmen mehr, die Unternehmen durchführen können. Wichtig ist es, gezielt dort anzusetzen, wo unternehmensspezifisch der größte Handlungsbedarf herrscht. Dies muss der erste Schritt sein, wenn man es mit dem Thema Nachhaltigkeit ernst meint. Bei allen Maßnahmen ist der Blick für das Ganze zu berücksichtigen und vor allem, dass die Menschen den Unterschied machen.

Fazit: NACHHALTIGKEIT MATTERS UND IST DER WETTBEWERBSFAKTOR DER ZUKUNFT

Die nachhaltige Ausrichtung eines Unternehmens wird sich in den nächsten Jahren angesichts begrenzter Ressourcen, demografischen Wandels sowie massiver Belastung unserer Umwelt als einer der entscheidenden Wettbewerbsfaktoren herauskristallisieren. Zukünftig werden die Mitarbeitenden vermehrt zum einen „mit Füßen abstimmen“ und hin zu den attraktivsten Arbeitgebern wandern und zum anderen mit Ihrem Einkaufszettel hin zu nachhaltigen Produkten und fairen Services tendieren. Ein ganz wichtiges Überlebenselement wird also sein, wie nachhaltig ein Unternehmen in Summe agiert. Zudem auch, wie diese unternehmensspezifische Nachhaltigkeit dargestellt und dann in der Folge von Konsumenten und Partnern wahrgenommen wird. Das Marketing wird künftig zunehmend auf Kundenseite gestaltet, die Macht der sozialen Netzwerke wird deutlich anwachsen. Der glaubhaft vermittelte Blick für das Ganze – bei Menschen, Maschinen und Methoden – sowie die Nachhaltigkeit des Unternehmens sind  d i e  kritischen Erfolgsfaktoren der Zukunft. Ein massives Um-Denken und vor allem Um-Handeln ist nötig.

Grundsätzlich sollten wir uns jedoch alle überhaupt auch die Frage stellen, wo der Wohlstand aufhört und der Überfluss beginnt. Ludwig Erhard, der Vater des deutschen Wirtschaftswunders sagte bereits vor knapp 70 Jahren: „Wir werden sogar mit Sicherheit dahin gelangen, dass zu Recht die Frage gestellt wird, ob es noch immer nützlich und richtig ist, mehr Güter, mehr materiellen Wohlstand zu erzeugen, oder ob es nicht sinnvoll ist, unter Verzichtsleistung auf diesen „Fortschritt“ mehr Freizeit, mehr Besinnung, mehr Muße und mehr Erholung zu gewinnen.“

Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen…

DIE AUTOREN:

Jürgen T. Knauf Geschäftsführer und Bereichsleiter Organisationsberatung der SCOPAR GmbH

Henning Gattwinkel Mitglied des SCOPAR-Beratergremiums 

Gut beraten!

SCOPAR-Studie zur Nachhaltigkeit als PDF (2015)

S-PPP: Folien zur Nachhaltigkeit und Nachhaltigkeitsbericht




12.3.2013: SCOPAR-Studie „Die wichtigsten Werte“

Über 100 Teilnehmer (Führungskräfte, Mitarbeiter, Wissenschaftler und Berater) aus unterschiedlichen Unternehmen haben sich an der bundesweiten Studie von SCOPAR – Scientific Consulting Partners beteiligt. Die Wissenschaftler wollten wissen, welche Werte Mitarbeiter und Entscheidungsträger in ihrem beruflichen und privaten Denken und Handeln heute antreiben bzw. motivieren, welche Werte den Menschen am wichtigsten sind. Aus über 400 Einzelnennungen wurden zwölf Werte extrahiert. Die Experten von SCOPAR haben zu jedem der zwölf Werte einige wertvolle Tipps fürs tägliche Leben und Handeln skizziert – wer diese beherzigt, ist beruflich langfristig erfolgreicher und führt ein erfüllteres, glückliches Leben.

Stopp! Lesen Sie nur weiter, wenn Sie gewillt sind, sich intensiv und ehrlich mit Ihren eigenen Werten und Antriebskräften auseinanderzusetzen und bei Bedarf diese zu justieren. Die Menschen haben verschiedene Wertvorstellungen und Antriebskräfte und das ist gut so! Wenn jedoch die inneren Werte nicht zu den gelebten Werten oder die privaten Werte nicht zu den beruflichen Werten passen, sind Probleme vorprogrammiert. Diese Probleme äußern sich in Unzufriedenheit, in Unglücklichsein und fehlender Sinnhaftigkeit. Je größer der Deckungsgrad der inneren Werte mit den tatsächlich gelebten Werten ist, desto erfolgreicher sind Sie, desto weniger Stress haben Sie und desto glücklicher sind Sie. Verstellen funktioniert da nicht! Und sich selber können, brauchen und sollten Sie nichts vormachen!

Spiegelt man diese Werte an dem, was in der Gesellschaft und in Unternehmen „regiert“, so fällt auf, dass Werte wie Macht, Leistung, Erfolg, Geld, Disziplin und Fleiß fehlen. Dies hat vermutlich zwei Gründe. Zum einen mag sich kaum einer zu diesen Werten öffentlich bekennen, schwingt doch stets etwas Negatives mit – gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Stimmung, Bewegungen wie Occupy, Eurokrise und Themen wie Burnout. Zum anderen spiegeln diese Werte eben auch die Sehnsüchte wieder, die in den Menschen schlummern. Eben das, was sich die Menschen wünschen, was ihnen wichtig ist – was allerdings nicht bedeutet, dass diese Werte die anderen ausschließen. Wenn Macht, Erfolg und Geld mit obigen Werten erreicht wird, schwingt nichts Negatives mit.

1.         Ehrlichkeit

Die Menschen sehnen sich nach Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit, Klarheit und Wahrheit. Dies ist nicht verwunderlich, ist doch das Gros unserer aktuellen gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Probleme auf Lügen, Betrug und Falschheit zurückzuführen. Egal ob es um soziale Ungerechtigkeit, die Finanzkrise, politische Fehlentscheidungen, Firmenpleiten oder gescheiterte Projekte wie der Flughafen Berlin (BER) geht – vieles wäre erspart geblieben, wären alle von Beginn an ehrlich gewesen. Wer glücklich sein will, wer inneren Frieden anstrebt, wer beruflich nachhaltig erfolgreich sein will, muss sich selbst, anderen und der Sache gegenüber ehrlich sein. Ehrlichkeit ist das Fundament zufriedener Menschen, einer funktionierenden Gesellschaft und erfolgreicher Unternehmen. Kurzfristig und oberflächlich mögen Unwahrheit oder Lügen dienlich sein, doch langfristig beginnt das Konstrukt zu bröckeln und stresst einen. Dies haben die Menschen erkannt und sehnen sich wieder nach Ehrlichkeit.

Tipp: Beginnen Sie heute und seien Sie konsequent ehrlich. Es mag sein, dass Sie sich am Anfang unwohl fühlen und denken „..das kann ich jetzt nicht sagen, da fühlt er sich auf den Schlips getreten oder das wird Konsequenzen haben..“, Sie werden aber schnell sehen, dass die Dinge besser in Fluss kommen und Sie ein stressfreieres Leben haben, wenn Sie ehrlich sind. Vermeiden Sie selbst Schmeicheleien, denn diese sind bereit die ersten kleinen Lügen.

Jede kleine Ehrlichkeit ist besser als eine große Lüge (Leonardo da Vinci).

2.         Verlässlichkeit

Aufrichtigkeit Integrität, und Zuverlässigkeit basieren auf Ehrlichkeit und geben Sicherheit. Wenn Denken, Worte und Taten in Einklang sind, ziehen alle am gleichen Strang, werden Unwegsamkeit frühzeitig transparent und Ziele werden schneller und einfacher erreicht. Menschen, nicht nur in Machtpositionen, sprechen oft von links und gehen dann rechts. Diese Diskrepanz von Reden und Handeln ist ein Grund für viele unserer aktuellen gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Probleme.

Tipp: Sorgen Sie bei sich für den Einklang von Reden und Handeln. Wenn Sie auch tun, was Sie sagen, erhalten Sie Unterstützung, erreichen Sie Ihre Ziele und sind mit sich im Reinen. Es ist sogar ganz einfach – just do it.

Es ist besser, sich mit zuverlässigen Feinden zu umgeben, als mit unzuverlässigen Freunden (John Steinbeck).

3.         Respekt

Laut Wikipedia ist Respekt „eine Form der Wertschätzung, Aufmerksamkeit und Ehrerbietung gegenüber einem anderen Lebewesen (Respektsperson) oder einer Institution. Der Ausdruck wird normalerweise auf zwischenmenschliche Beziehungen angewandt, kann jedoch auch auf Tiere, Gruppen, Institutionen, Länder oder Moralansichten, bzw. fremden gesellschaftlichen Ansichten bezogen werden. Respekt impliziert nicht notwendigerweise Achtung, aber eine respektvolle Haltung schließt bedenkenloses egoistisches Verhalten aus..“. Es geht also darum, das Ganze zu sehen, sich als Teil des Ganzen zu verstehen und seine Interessen an die jeweilige Situation anzupassen. Respekt ist eine Grundlage für eine fruchtbare Zusammenarbeit, Respekt ist die Basis des Miteinanders in einer Gesellschaft und in einem Unternehmen. Jeder einzelne wünscht sich einen respektvollen Umgang und sollte sich entsprechend verhalten. Egotrips ade..

Tipp: Voraussetzung für ein respektvolles Verhalten ist ein klares Bewusstsein und Empathie. Achten Sie auf Ihre Gedanken, auf Ihre Worte und Ihre Taten. Nehmen Sie bewusst Kontakt zum Gegenüber auf, erkennen Sie die Situation und die jeweiligen Bedürfnisse und reflektieren Sie bevor Sie reden oder handeln.

Ein wahrhaft großer Mann wird weder einen Wurm zertreten noch vor dem Kaiser kriechen (Benjamin Franklin).

4.         Fairness

Fairness betrifft zwei Seiten, die Seite die fair behandelt wird und die Seite die fair handelt. Es geht um Anstand, Gerechtigkeit, Verhältnismäßigkeit sowie Aktion und Reaktion. Jeder will fair behandelt werden und doch messen viele mit „zweierlei Maß“. Im Sport gibt es Schiedsrichter und Sportler, für die Fairness ein hohes Gut ist, dem Sie andere sportliche Werte (z.B. Erfolg) unterordnen. Es wird höchste Zeit, dass Fairness auch in den gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Systemen Einzug erhält und fest verankert wird. Im Buddhismus geht es u.a. darum, sich stets so zu verhalten, dass man keinem anderen Menschen, keinem Tier und der Natur keinen Schaden zufügt. Dieses Grundprinzip sollten wir uns viel öfter zu Herzen nehmen.

Tipp: Reflektieren Sie Ihr Handeln stets getreu dem Motto „..wenn Du nicht willst was man Dir tut, das füg auch keinem Andren zu..“. Versetzen Sie sich in die Situation Ihres Gegenübers und stellen Sie sich die Frage: „Wie würde ich mich fühlen?“.

Du fragst: „Werde ich verstanden, werde ich geliebt, werde ich loyal behandelt?“, Aber nie: „Verstehe ich die anderen, liebe ich, handle ich loyal gegen sie?“ (C. G. Jung)

5.         Miteinander

Die Vergangenheit hat gezeigt: Gegeneinander, Egoismus, Vorteile auf Kosten anderer und Einzelkämpfertum mögen kurzfristig Nutzen bringen, mittel- und langfristig kommt diese Verhalten jedoch wie ein Bumerang zurück. In Ausbeutung von heute liegen die Probleme von morgen – egal ob es um Menschen oder Ressourcen geht. Durch die Globalisierung ist alles miteinander verbunden. Wenn wir unseren Massenkonsum und unsere Wegwerfmentalität nicht ändern und weiter „Geiz ist geil“ leben, brauchen wir nicht über die Umweltverschmutzung in China die Nase rümpfen. Menschen die von Unternehmen ausgebeutet werden, blockieren irgendwann die Abläufe, gehen, werden krank oder bekommen Burnout. Wir müssen wieder die Zusammenhänge und die unterschiedlichen Interessen aller Beteiligter berücksichtigen. Team steht nicht für „Toll ein anderer macht´s“ sondern für „together everyone achieves more“ Es geht nur miteinander und mit einer globalen Sicht auf die Dinge.

Tipp: Tauschen Sie sich regelmäßig miteinander aus, geben Sie sich offenes Feedback, sehen Sie konstruktive Kritik als Chance sich zu entwickeln, schärfen Sie Ihre Empathie für Ihre Mitmenschen und entwickeln Sie einen Blick fürs Ganze, indem Sie stets die Auswirkungen Ihrer Worte, Ihrer Entscheidungen und Ihres Handelns berücksichtigen. Versetzen sie sich in Ihr Gegenüber, suchen Sie „miteinander“ nach dem richtigen Weg.

Wenn über das Grundsätzliche keine Einigkeit besteht, ist es sinnlos, miteinander Pläne zu machen (Konfuzius).

6.         Vertrauen

Das Motto: „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“ hat ausgedient. Durch zu viel Kontrolle und zu viele Regularien werden Prozesse, Verbesserungen und innovative Entwicklungen blockiert, da das Potential aller Beteiligten eingeschränkt wird. Starre Strukturen und Abläufe haben in einer Welt der Komplexität und Agilität keinen Platz mehr. Zu starke Kontrolle führt auch zu Angst und Angst führt bekanntermaßen zu Fehlern und Blockaden. Flexibilität und Vertrauen sind gefragt. Eigenverantwortung und Selbstkontrolle müssen mit Steuerung und Überwachung in Balance sein. Das Motto der Zukunft muss lauten: „So wenig Kontrolle wir möglich, so viel Kontrolle wie nötig“. Vertrauen ist ein Prozess, Vertrauen kann man nicht einfordern, sondern muss man gewinnen – das gilt für beide Seiten!

Tipp: Fragen Sie sich jedes Mal wenn Sie kontrollieren wollen, warum Sie nicht vertrauen. Sprechen Sie das Thema offen an, überlegen Sie sich dann gemeinsam einen neuen Weg und schaffen Sie falls nötig neue Rahmenbedingungen – und dann lassen Sie los, üben Sie zu vertrauen.

Wenn man einem Menschen trauen kann, erübrigt sich ein Vertrag. Wenn man ihm nicht trauen kann, ist ein Vertrag nutzlos (Jean Paul Getty).

7.         Liebe

Liebe ist nicht nur ein Gefühl, sondern eine Haltung. Es ist leicht, einen lieben Menschen oder einen schönen Moment zu lieben – aber wie Nena singt: „Liebe will nicht, Liebe kämpft nicht, Liebe wird nicht – Liebe ist. Liebe sucht nicht, Liebe fragt nicht, Liebe ist“.. Es geht darum Liebe in jedem Moment zu empfinden. Charlie Chaplin sagte in seiner Rede in Der große Diktator: „..ohne Menschlichkeit und Nächstenliebe ist unser Dasein nicht lebenswert..“ Gefühle und damit auch die Liebe sind aber auch eine Entscheidung. Der Mensch kann nicht zwei Gefühle gleichzeitig empfinden (Liebe oder Hass, Freude oder Ärger, Vertrauen oder Angst..). Es liegt also an uns, welchem Gefühl wir Energie bzw. unsere Aufmerksamkeit schenken. Liebe ist das Grundbedürfnis eines jeden Menschen und unsere Antriebsfeder. Glücklich ist der, der alles was er tut und was geschieht liebt, getreu dem Motto: „Liebe, was du tust und tue, was du liebst, und du wirst in deinem ganzen Leben keinen Tag mehr arbeiten“. Empfinden Sie Liebe, wenn Sie zur Arbeit fahren, wenn Sie in ein Meeting gehen, Ihren Kollegen begegnen, Ihrer Familie – was Sie aussenden, kommt zurück. Entscheiden Sie sich bewusst für das Gefühl der Liebe (gerade bei vermeintlich unliebsamen Dingen) und Sie werden feststellen, wie Dinge in Fluss kommen, wie Leichtigkeit entsteht und wie Sie plötzlich Freude empfinden bei Dingen, die Sie früher nicht „geliebt“ haben.

Tipp: Lieben Sie das, was Sie gerade tun? Wenn nicht, fragen Sie sich warum nicht und ob Sie es nicht auch lieben können. Wenn es mit „Lieben“ nicht klappt, versuchen Sie es zunächst mit Dankbarkeit. Für was können Sie dankbar sein? Versuchen Sie Dankbarkeit zu empfinden – bei allem was Sie tun.

Wo Liebe wächst, gedeiht Leben – wo Hass aufkommt droht Untergang (Mahatma Gandhi).

8.         Freiheit

Freiheit hat viele Facetten und kann sich auf vieles beziehen: Gedankenfreiheit, Meinungsfreiheit, Religionsfreiheit, Entscheidungsfreiheit, Reisefreiheit, Politikfreiheit u.v.m. Freiheit kann unterteilt werden in das Freisein „von etwas“ (negative Freiheit, frei von Zwängen) und das Freisein „zu etwas“ (positive Freiheit, Selbstbestimmung). Es geht um Willensfreiheit und Handlungsfreiheit. Das Kollektiv einer Familie, eines Unternehmens oder eine Staates wird immer (gemeinsam bestimmte) Leitplanken, Rahmen und Grenzen haben, über die es sich definiert. Und alle in diesem Kollektiv unterwerfen sich diesen Rahmenbedingen. Wenn diese Parameter und die eigenen Vorstellungen zu weit auseinander liegen, entsteht das Gefühl nicht frei zu sein mit der Folge, unglücklich zu sein oder dagegen zu verstoßen. Die Größe dieser Diskrepanz entscheidet über die Auswirkungen. Ist die Diskrepanz in der Fläche zu groß, gilt es, die Rahmenbedingungen anzupassen um eine Kollaps zu vermeiden.

Tipp: Prüfen Sie, wo Sie frei sind und wo nicht. Wo beschränken Sie andere und wo werden Sie beschränkt (Familie und Beruf)? Prüfen Sie, wie es Ihnen damit geht und wie es den anderen damit geht und ändern Sie getreu dem Motto: Love it, change it or leave it.

Frei ist man erst, wenn man sich vom Streben nach der Freiheit frei macht (Alexander Saheb).

9.         Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit hat drei Säulen: sozial, ökologisch und ökonomisch oder People, Planet, Profit. Aber es gibt auch eine soziale Nachhaltigkeit, die sich auf Menschlichkeit, Gleichheit, Miteinander, Generationengerechtigkeit sowie ethische Aspekte bezieht. In der Wirtschaft gibt es zwei Paradebeispiele für soziale Nachhaltigkeit und das Gegenteil: dm – drogerie markt und Schlecker, der erste floriert der andere hat 2012 Insolvenz angemeldet. Jetzt wissen auf einmal alle warum. Aber noch vor zwei Jahren wurde Götz Werner (der Firmengründer von dm) als „Gutmensch“ belächelt. Ökonomische Nachhaltigkeit bezieht sich auf ein Wirtschaften, das langfristig zum Wohle aller im System Beteiligten beiträgt. Die Finanzkrise der letzten Jahre hat gezeigt, wohin kurzfristige Gewinnmaximierungen führen. Bei der Nachhaltigkeit, egal in welcher Facette, sind „alle“ gefordert: Politik, Unternehmen und Menschen. Langfristig werden nur nachhaltige Systeme und Unternehmen Bestand haben. Hier gilt es, frühzeitig umzulenken, will man nicht auf der Verliererseite sein.

Tipp: Reflektieren Sie Ihre Entscheidungen und Ihr tägliches Handeln – privat wie beruflich – an den drei Säulen der Nachhaltigkeit: ist das was ich tue menschlich, ist es ökologisch gut und kann dieses Handeln langfristig Bestand haben? Nur wenn Sie alle drei Fragen mit „ja“ beantworten können, handeln Sie nachhaltig. Behalten Sie dabei auch die Zusammenhänge im Auge und sehen Sie das gesamte System.

„Denn unsere Art zu leben und zu wirtschaften erweist sich als nicht mehr wirklich zukunftsfähig. Schon ein Blick auf das globale Bevölkerungswachstum genügt, um dies zu verdeutlichen. … Bis 2050 ist ein Anstieg auf neun Milliarden zu erwarten. Wenn wir vor diesem Hintergrund unsere bisherigen Lebensweisen nicht deutlich ändern, berauben wir uns selbst unserer Lebensgrundlagen“ (Angela Merkel).

10.       Toleranz

Die Unterschiedlichkeit von Menschen, Völkern und auch Unternehmen ist das Salz in der Suppe. Wären alle gleich, hätten wir kaum Entwicklung, weil die Inspiration fehlen würde. Andersartigkeit ist ein Geschenk, ist etwas Belebendes solange man sie nicht unterdrückt. Das, was für den einen gut ist, muss nicht auch für den anderen gut sein und umgedreht. Tolerant zu sein bedeutet, die Andersartigkeit zu akzeptieren. Wer jedoch über die reine Akzeptanz hinaus geht, kann von Andersartigkeit anderer lernen und dadurch zu seiner eigenen Entwicklung beitragen. Wenn man grundsätzlich andere Ansichten hat, wenn man sich nicht mit dem anderen System identifiziert, so können dennoch Teile davon gut sein und das eigenen System bereichern. Oft wäre es auch für ein tolerantes Miteinander und für unsere Entwicklung hilfreich, nicht nur Toleranz zu üben, sondern zu prüfen, was wir von anderen lernen können.

Tipp: Entwickeln Sie Ihre Sensibilität hinsichtlich Ihrer Toleranz. Werden Sie sich der Unterschiede bewusst und prüfen Sie, wie tolerant Sie sich verhalten. Lassen Sie auch mal „Fünfe gerade“ sein und lassen Sie sich von anderen inspirieren.

Man verdirbt einen Jüngling am sichersten, wenn man ihn verleitet, den Gleichdenkenden höher zu achten als den Andersdenkenden (Friedrich Nietzsche).

11.       Freude

Auf die Frage, was der Sinn des Lebens sei, antwortete der Dalai Lama einst „..to be happy..“. Doch Freude zu empfinden, glücklich und zufrieden zu sein ist in Deutschland ja fast verpönt. Viel angesehener ist es, über das Leid des Lebens, der Arbeit, des Alltags zu jammern – zumindest war es so in den letzten Jahrzehnten. Aber die Zeiten ändern sich. Schon mit dem Sommermärchen, der Fußball-WM 2006, wehte ein anderer Wind und spätestens seit der Finanzkrise sind es auch die Deutschen leid, zu jammern – hilft jammern doch sowieso nichts. Man wird sich bewusst und sehnt sich nach Leichtigkeit, nach einem Lachen, nach Lockerheit – nach Freude. Freude ist ein inneres Gefühl, eine Einstellung im Gegensatz zu oberflächlich kurzfristigem Spaß. Das Leben hat viele ernste Themen, aber diese lassen sich genauso gut und sogar noch besser mit einem Lächeln und mit Freude bewältigen. Und sind wir uns bewusst, wie gut es uns geht, so haben wir allen Grund zur Freude. In einem Unternehmen, zuhause oder in der Freizeit darf und soll wieder gelacht und Freude empfunden werden.

Tipp: Die erste Chance zu Freude am Tag, hat man am Morgen – wenn nicht beim Blick in die Augen des Partners – so doch spätestens mit dem Blick in den Spiegel: lächeln Sie sich mal 30 Sekunden jeden Morgen zu, machen Sie mal Faxen, schneiden Sie Grimassen – und schon starten Sie beschwingter in den Tag. Blicken Sie anderen Menschen auf der Straße in der U-Bahn und auf dem Büroflur in die Augen und lächeln Sie. Darüber hinaus, seien Sie dankbar – gerade für die kleinen Dinge des täglichen Lebens, den leckeren Kaffee, das Frühstück, die Möglichkeit, überhaupt arbeiten zu gehen, gesund zu sein und all die anderen wunderbaren kleinen Dinge des Lebens.

Freude, mein Lieber, ist die Medizin dieses Lebens! Ich freue mich, wenn ich Gutes von anderen höre, wenn irgendjemand auf unserer traurigen Erde glücklich ist, ja selbst, wenn mein Hund mit dem Schwanz wedelt und die Katzen in irgendeiner Ecke zufrieden schnurren. (Ernest Hemingway)

12.       Menschlichkeit

Was zeichnet einen „guten“ Menschen aus, was ist Humanität? Es sind die Aspekte, die der Mensch von Natur aus in sich trägt und diese Facetten sind genau die oben genannten Punkte dieser Studie: Ehrlichkeit, Verlässlichkeit, Respekt, Fairness, Miteinander, Vertrauen, Liebe, Freiheit, Nachhaltigkeit, Toleranz und Freude. Diese Werte gilt es zu leben, sich in jeder Situation diese Aspekte bewusst ins Gedächtnis zu rufen und sein Handeln daran auszurichten. Ernst Ferstl sagte einst: „..solange uns die Menschlichkeit miteinander verbindet, ist egal, was uns trennt..“. Es liegt an uns, uns unseres Ursprungs, unserer Grundbedürfnisse bewusst zu werden und uns entsprechen zu verhalten. Wenn wir uns wieder auf den Weg der Menschlichkeit begeben, werden wir als Menschen glücklicher und als Unternehmen erfolgreicher. Menschlichkeit ist das, was uns von Tieren und Despoten unterscheidet, ist das, was immer noch gilt, wenn alles andere versagt.

Tipp: Wenn Sie mehr Menschlichkeit in Ihrem Leben wollen, müssen Sie “nur“, die Werte dieser Studie verinnerlichen und Ihr Reden und Handeln daran ausrichten. Vielleicht nehmen Sie sich für jede Woche eines der obigen Themen zum Motto der Woche. Kleben Sie ein Post-it mit Ihrem Motto der Woche darauf an eine markante Stelle die Sie oft sehen und reflektieren jedes Mal, wie Sie sich verhalten sollten, damit Ihre Worte und Taten „menschlich“ sind bzw. ob sie es rückwirkend betrachtet waren.

Wir neigen dazu, Erfolg eher nach der Höhe unserer Gehälter oder nach der Größe unserer Autos zu bestimmen als nach dem Grad unserer Hilfsbereitschaft und dem Maß unserer Menschlichkeit. (Martin Luther King)

Zu guter Letzt: Wenn Sie das Gelesene nun beiseite legen und weitermachen wie bisher, hätten Sie sich die Zeit des Lesens sparen können. Es geht wie bei so vielem ums Umdenken und Umhandeln – es geht ums Tun! Wir wünschen Ihnen viel Freude und Erfolg bei der Umsetzung und einer „wertvollen“ Ausrichtung Ihres Handelns an den Werten, die den Menschen am Herzen liegen.

Tipp: Drucken Sie sich die Grafik dieser Studie aus und hängen Sie als Reminder in Ihren Flur, an Ihren PC oder an Ihre Bürotür – so erinnern Sie sich täglich an das, was wichtig ist. Und verhalten Sie sich selbst so, wie Sie es von anderen erwarten.

Gesamte SCOPAR-Studie: „Die wichtigsten Werte in Unternehmen“ als PDF

DIE AUTOREN

  • Juliane Bieger – Head of H2B-Consulting
  • Michael Jost – Head of IT-Consulting
  • Jürgen T. Knauf – Head of Management- and Strategy-Consulting
  • Dr. Markus Wendt – Head of HR-Consulting